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 | Sierra City |
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Engel auf Erden
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East Meadow Campground, KM 1934, Tag 76, 20.00 Uhr. Wir kochen unser letztes Reis. Den ganzen Tag sind wir gelaufen, ca. 48 KM. Müde von der enormen Anstrengung ruehren wir lustlos im Kochtopf. Dann kommt Ray, der Zeltplatzwart. Wir erzählen ihm vom Trail. Er geht kurz zu seinem Wohnwagen und bringt uns zur Überraschung frische Broccoli und Poulet, damit wir wieder Kraft haben für die restlichen 18 KM nach Sierra City. Denn morgen ist Samstag. Wir müssen unser nächstes Essens-Packet abholen und die Post schliesst am Samstag um 10.30 Uhr. Danke Ray für die feinen Zutaten, wir waren um 10.00 Uhr in Sierra City.
Quincy-La Porta Pass-Strasse, KM 2015, Tag 79. Das nächste Feuer brennt vor uns. Der Trail ist nach der Strasse ca. 100 KM gesperrt. Wir müssen nach Quincy und von Quincy mit dem Bus nach Chester. Kurz vor 18.00 Uhr sind wir auf der Pass-Strasse. Ein weisser Jeep steht da. Chris steigt aus dem Auto. "Hello, seit ihr PCT-Hiker?" "Ja". 'Ihr könnt zu uns nach Hause kommen, wir haben ein Zimmer und eine Dusche". "Oh, Danke" Chris bringt uns zu seinem Haus in Quincy. Nach der Dusche gehen wir noch eine Pizza essen. Seine Frau Carole kommt auch mit. Am Abend sitzen wir zusammen vor dem Fernseher und schauen uns amerikanische Sendungen an. Nach dem Morgenessen bringt uns Chris zur Bushaltestelle, wo schon einige Hiker auf den Bus warten. Danke Chris für die Übernachtung, die Dusche und das Morgenessen.
Einen Tag später in Chester. Am morgen laufen wir der Strasse entlang. Ein Auto hält an. Tina mit ihrem Sohn Scott. "Hello, seit ihr PCT-Hiker?" "Ja". "Ich bringe euch auf den Trail". "Danke, aber wir müssen noch zur Post und in einen Einkaufsladen". Sie bringt uns zur Post und in einen Einkaufsladen. Während ich im Einkaufsladen bin, erzählt Wanda von unseren Abenteuern auf dem Trail. Ich steige wider ein. Tina ist fasziniert von unserer Reise. "Wisst Ihr was, kommt in unser Haus, ihr seit zum Abendessen eingeladen und dann könnt ihr mehr von eurer Reise erzählen. Wir haben auch ein Zimmer für euch". Sie bringt uns zu ihrem Haus am See. Wanda liegt den ganzen Tag am See und ich gehe mit Tina und Scott zum Lassen Vulcanic National Park. Sie ist Fotografin und bringt mich zu den interessanten Orten im Park. Am Abend sitzen wir mit der ganzen Familie am Tisch und essen Lasagne. Wir geniessen eine gemütliche Nacht im grössten Bett, in dem wir je gelegen sind. Am morgen serviert uns Tina ein Fruehstueck der Extraklasse. Früchte, Eier, Kaffe, Toast und Käse. Danke Tina und der ganzen Familie für alles.
KM 2868, Tag 100, Sheep Camp Spring. Wir pumpen Wasser ab. Eine Wildhüterin kommt vorbei. Wir reden mit ihr über ihre Arbeit und den Trail. Ich frage sie noch, "weisst Du einen günstigen Ort in Ashland zum übernachten?" Sie überlegt kurz. "Kommt doch zu uns, wir wohnen in Ashland und wir haben ein Zimmer frei in unserem Haus". Am nächsten Morgen sind wir in Ashland und rufen Pat, ihren Mann an. Er freut sich schon uns zu sehen. Seit zwei Tagen sind wir nun schon bei Pat und Erin in Ashland. Danke Erin und Pat für die Unterkunft.
Und bei allen Personen ist es das Selbe. Wenn wir ihnen etwas geben wollen, sagen sie uns, es ist schon gut, wir machen dies aus Freude.
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Meister Petz
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Der Trail windet sich einen steilen Berg hinauf. Es ist heiss. Vor uns im Gebüsch bewegt sich etwas Dunkles, etwas grosses Dunkles. KM 2478, Tag 92, ein Baer steht auf dem Trail. Er frisst gemütlich von einem Busch. Ein Baer, unser erster Baer, den wir in freier Wildnis sehen. Wir bleiben stehen. Seit Trailbeginn in Campo haben wir immer wider die verschiedensten Geschichten gehört von Bären. Joe und Tess, zwei Hiker campen im Wald und lassen ihr Essen im Zelt. In der Nacht kommt ein Baer, reisst das Zelt auf und holt das Essen raus. Ihr müsst das Essen immer auf den Baum binden. Doch dann hören wir die nächste Geschichte. Eine andere Gruppe hört in der Nacht einen Lärm. Als sie aus dem Zelt gehen, sehen Sie, wie ein Baer auf den Baum klettert. Er reisst ihr Essen vom Baum, dass sie hinauf gebunden haben. Und sie können nur noch zuschauen, wie er alles auffrisst. Die Geschichten wurden immer verrückter. Nie neben dem Zelt Essen, immer 1 bis 2 KM vorher essen, nie in Kleidern schlafen, mit denen ihr gegessen habt, kein Deo anstreichen, es könnte euer Todesurteil sein, usw. Wir wissen gar nicht mehr was machen nach so vielen Geschichten und nun steht ein Baer vor uns auf dem Trail und schaut uns an. Will er unser Fressen ! Oh Scheisse, Wanda hat Deo angestrichen ! Er steht immer noch da, frisst und schaut ab und zu uns an. Wir reden mit ihm, nichts geschieht. Es ist zu steil, um oben oder unten an ihm vorbei zu gehen. Nach einigen Minuten bewegt er sich langsam nach oben. Plötzlich, einige Meter oberhalb steckt er seinen Kopf aus einem Busch und setzt sich friedlich kauend hin. Langsam gehen wir unter ihm vorbei. Er beobachtet sehr genau, was wir da machen. Einige Meter weiter ist unsere erste Begegnung mit einem Bären zu Ende. Nichts von den wilden Geschichten ist eingetroffen. Es war eine schöne, ruhige erste Begegnung mit Meister Petz.
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Grenze Überschritten
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Rauch, soweit das Auge reicht. Am 17. Juni betraten wir in der High Sierra den Kings Canyon National Park. Zwei Tage später kamen die Feuer und mit ihnen der Rauch. Heute am 7. August hoffen wir, dass wir in einigen Tagen endlich wieder Fernsicht haben. Viele schöne Panoramas gingen im Rauch unter, für mich zum fotografieren war es vielfach deprimierend. Viele Hiker beklagen sich über immer stärkere Kopfschmerzen am Abend. Der Mount Shasta, ein Vulkan mit über 4000 Meter Höhe, wird euch über viele Tage begleiten, heisst es im Führer. Erst in Shasta City, Ausgangspunkt für die Besteigung des Berges, sehen wir ihn, aber nur ganz verschwommen im Rauch-Nebel. Weite Teile des Trails sind geschlossen wegen dem Feuer. Ein Ranger erzählte uns, dass Teil des Pacific Crest Trails teilweise vollständig zerstört sind. Einen Etappenort, Belden, wo ein Essenspacket von uns ist, war total evakuiert. Hunderte Hektaren Wald sind in Kalifornien vollständig ausgebrannt. Es gibt immer wieder neue Gewitter ohne Regen, neue Feuer brennen. Alles ist so trocken hier, selbst die Foerster dürfen nach 13.00 Uhr keine Motorsägen mehr gebrauchen. Denn schon ein Funken kann ein Feuer auslösen. Am 100 Tag auf dem Trail, kommen wir zur Grenze. Die Staatsgrenze Kalifornien / Oregon. Wir waren über 2718 KM in Kalifornien unterwegs. In diesen 100 Tagen hat es zwei Tage geregnet, sonst war immer Sonnenschein. Nun sind wir in Ashland, Oregon, erholen uns einige Tage, bevor wir weitergehen Richtung Norden, Richtung Kanada.
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