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 | Skykomish |
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Blow Down
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Da kommt schon der nächste Baum, quer liegt er über dem Trail. Ich steige auf den Stamm, rutsche aus, Wanda kann mich im letzten Moment noch halten. Auf den nächsten 10 Kilometer liegen über 400 Bäume kreuz und quer auf dem Trail. Vor einigen Jahren war hier ein heftiges Unwetter, der Wind hat tausende Bäume rumgedrückt. Viele Brücken wurden weggespült. Der Forest Service kommt mit den Pferden nicht in diesen Trailabschnitt. Die Baumstämme können nicht weggeräumt werden. Wir klettern über die Stämme, kriechen unten durch oder laufen einige Meter durch den dichten Wald und weichen so den Bäumen aus. Die letzten Tage hat es geregnet und alle Stämme sind nass und glitschig. Immer wieder rutschen wir auf den Stämmen aus. Wir brauchen für die 10 Kilometer Stunden und sehr viel Energie. Endlich erreichen wir den Suiattle Creek, das Ende des Unwettergebietes. Schon seit Wochen hören wir vom Suiattle Creek. Nur ein kleiner Baumstamm führt über den reissenden Fluss, die Brücke wurde weggespült. Viele Hiker sagten uns, dass der Fluss sehr schwierig zum überqueren sei. Jetzt stehen wir davor. Der Stamm liegt vor uns, ca. 20 Meter lang und drei Meter über dem schäumenden Wasser. Wir hören im Fluss, wie die Felsen von der starken Strömung mitgerissen werden. Langsam balancieren wir über den Stamm. Nur nicht ausrutschen jetzt. Das Wasser zischt unter uns. Schritt für Schritt gehen wir weiter. Nach langen Sekunden erreichen wir endlich das Ende des Stammes und stehen auf der anderen Seite des Suiattle Creeks. Wir machen eine kurze Pause.
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Lang ersehnte Begleitung
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Skykomish, wir treffen auf Sascha und Sonja. Sie werden uns auf den letzten Kilometern begleiten. Unsere Lust am Laufen ist am Boden, wir hoffen sie können uns ein wenig motivieren. Wie haben Sie den letzten Teil vom PCT erlebt ?
Mit Wanda und Philippe auf ihren letzten Meilen
Mit einem Leuchten in den Augen berichteten uns Wanda und Philippe vor einem Jahr von ihrem PCT-Vorhaben. Mit Begeisterung hörten wir zu und dachten uns: "Das wär doch auch was für uns!" Nach weiteren Gesprächen mit den beiden und einem Agenda vergleich stand fest, es IST etwas für uns. Wir beschlossen, die beiden auf ihren letzten beiden Etappen zu begleiten. Danach begann die Planung bis ins letzte Gramm und das Studieren der Karten und Beschreibungen (zur Freude von Sascha). Rasch fanden wir heraus, dass während unseren 3-wöchigen Ferien schöne, wilde und abenteuerliche Meilen des PCT auf uns warten. Die Vorfreude aufs Wildlife wuchs und wuchs bis es endlich so weit war. Nach dem Flug nach Vancouver und den letzten Vorbereitungen in Everett (USA) bei Phil und Miles - zwei erfahrenen Hikern (www.couchsurfing.com) - trafen wir Wanda und Philippe am 18.9. in Skykomish. Das Abenteuer konnte beginnen.
Zwei Sachen realisierten wir sehr schnell: Erstens hat Washington abertausende von Bäumen, über welche man teilweise auf vielfältigste Weise klettern oder unter ihnen durchkriechen muss. Mit dem grossen Rucksack war dies gar nicht immer so einfach... Zweitens sieht man Wanda und Philippe beim Hiken mehrheitlich von hinten ;-) . Dank unserer noch unverbrauchten PCT-Motivation nutzten wir rasch die Morgenstunden besser aus, so dass wir am Abend das gleiche Camp erreichten. Rauf und runter - runter und rauf ging's. Für zusätzliche Abwechslung sorgte das Wetter. Mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel starteten wir, dann kamen Wolken, Regen bis hin zu Schnee (brrr...). Dank unseren beiden guten Fährtenleser fanden wir jedoch immer den richtigen Weg. Nicht nur weit entfernt der nächsten Zivilisation zu sein, war abenteuerlich. Auch die Tierwelt bescherte uns einiges. So lud sich beispielsweise ein Streifenhörnchen selber zu einem Mitternachtsmahl ein. Schokolade ist nicht mal hinter zwei Stoffschichten vor dem kleinen Nager sicher. Ein andermal trottete ein Bär frühmorgens an unserem Camp vorbei, während wir uns die Zähne putzten. "Haben die nicht besonders gerne Zahnpasta?" Nach erstem kopflosem Handeln ("Schnell, leg s'Aesse häre. Nei - tue's in Rocksack!) stellten wir fest, dass er kein grosses Interesse an uns hatte. Beruhigt schauten wir ihm noch ein Weilchen zu und sahen ihn im Gebüsch wieder so leise verschwinden, wie er gekommen war. Am 6. Tag kam alles anders. Die Sonne meldete sich zurück, was es uns erleichterte, einen 18 km-Spurt hinzulegen, um den 12h-Bus zu erreichen. Dieser brachte uns ins kleine Touristendörfchen Stehekin. Frische Dusche, einkaufen nach Lust und Laune, weiches Bett und wieder wohlriechende Kleider. Genau das Richtige, um Philipps Geburi zu feiern. Selbst der Kuchen mit Kerze durften nicht fehlen. Obwohl wir uns diesen Luxus eigentlich zwei Nächte gönnen wollten, zeigte sich am kommenden Morgen das Wetter wieder von der besten Seite, so dass wir schnell unsere 7 Sachen zusammen packten und am Mittag zurück auf den Trail fuhren. Leider hielt der strahlende Sonnenschein nicht allzu lange. Es folgten zwei Tage mit "kürzeren" Strecken, um dem Regen auf über 2000m entgehen zu können. Um zu verhindern, dass unsere Füsse in den nassen Schuhen nicht wieder aufzuweichen drohten, bastelten Wanda und Sonya "Mondschuhe". Mit Erfolg! Auf dem zweiten Trailabschnitt blieben unsere Füsse trocken, jupi! Das hatte aber auch damit zu tun, dass es der Wettergott ab dem 3. Tag wieder sehr gut mit uns meinte. Bei schönstem Wetter konnten wir ab dem Rainy Pass (da muss es ja regnen) die langsame Veränderung der Landschaft mit verfolgen. Die dichten, schattigen Wälder machten den grossen Weiten mit oftmals 360-Grad-Rundblick hunderten von Berggipfeln Platz. Wie bei Winnetou und Old Shatterhand! Indian Summer, rauchige Lagerfeuer und Geschichten erzählen über den PCT und was man sich sonst so erzählt, liessen das lange Marschieren in den Hintergrund treten und geniessen. Nach 12 Tagen erreichten wir die langersehnte und vielfach besprochene Kanadische Grenze. Was für ein Gefühl. Wären wir doch bloss schon ganz am Ziel - 12km fehlen noch! Wie es so ist - die letzten Kilometer sind die längsten... Zufrieden, glücklich, unversehrt und stolz (an die Schmerzen denken wir beim Verfassen dieses Textes schon nicht mehr...) erreichten wir das definitive Ziel Manning Park. Hier endete unser gemeinsamer Trail nach rund 290 km und 10'000 hm.
Die Faszination für die Wildnis und das Abenteuer ist geblieben und wird uns mit Sicherheit für ähnliche Unterfangen motivieren. Ob's mal für den ganzen PCT reicht? Wanda und Philippe haben etwas Grossartiges geleistet. Ihnen gratulieren wir herzlich und bedanken uns für das tolle Erlebnis. Ohne sie wären wir nie auf so einfache Art dazugekommen. Wir konnten viel von ihren Vorbereitungenprofitieren. DANKE !
"Mit Schritt um Schritt und genügend Geduld geht alles vorbei!" Leider auch die schönen Sachen. So nahmen wir Abschied vom Trail und flogen nach 3 Tagen Vancouver zurück in die Schweiz. Von nun an werden auch wir ein Leuchten in den Augen haben, wenn wir vom PCT erzählen.
Sascha und Sonya
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Final Countdown
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Unser erster Tag mit Sascha und Sonja. Sie laufen gut mit. Am Abend machen wir ein Feuer. Noch 10 Tage.
Wir stellen unser Zelt am Lake Sally Ann auf. Am Abend ziehen Wolken auf. Noch 9 Tage.
Ein starker Wind weht am Morgen, Nebel. Es ist kalt. Um 15.00 Uhr beginnt es zu regnen. Wir kochen im Zelt. Noch 8 Tage.
Die ganze Nacht hat es geregnet, alles ist nass. Wir laufen den ganzen Tag ohne Pause, es ist zu kalt. Keine Sicht. Noch 7 Tage.
Wir klettern über all die Bäume, die auf dem Trail liegen. Beim Aufstieg auf den Suiattle Pass beginnt es zu schneien. Wir sind erst auf 1500 Meter und es schneit schon. Wir schauen uns an, wenn es zu viel Schnee gibt, ist alles zu Ende. An einem grossen Feuer trocknen wir all unsere Sachen. Noch 6 Tage.
11.00 Uhr. Wir erreichen die Bushaltestelle nach Stehekin, unser letzter Halt. Ein halber Tag ausruhen im Hotel. Noch 5 Tage.
Der Bus bringt uns zurück auf den Trail. Wir machen nur wenige Kilometer, dann beginnt es zu regnen. Noch 4 Tage.
Es regnet am Morgen, wir bleiben liegen, Erst nach 11.00 Uhr laufen wir los. Wir bleiben beim Highway 20. Danach geht es hinauf in die Berge. Wir warten auf besseres Wetter, vielleicht Morgen. Noch 3 Tage.
Endlich, das Wetter scheint zu bessern. Beim Aufstieg auf den 2000 Meter hohen Pass geht ein kühler Wind. Wolken ziehen am Himmel vorbei. Doch es bleibt den ganzen Tag trocken. Am Abend machen wir ein grossen Feuer. Noch 2 Tage.
Oben auf dem Glacier Pass kommen wir in die Sonne. Strahlend blauer Himmel und beste Fernsicht. Ein herrliches Panorama bietet sich uns. Wir laufen nur bis 16.00 Uhr, dann legen wir uns in die Sonne und geniessen seit langem die letzten warmen Strahlen. Noch ein Tag.
Ein harter langer Tag. Der Trail führt nochmals über 2100 Meter. Im strahlenden Sonnenschein schauen wir nach Norden, nach Kanada. Es geht nur noch bergab. Wir campen ein letztes Mal in der USA. Und Morgen ......
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Monument
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Ein kühler Morgen. Der Trail führt bergab. Es ist still im Wald, nur ein Bach hören wir in weiter Ferne. Wir laufen schweigend hintereinander, jeder in seinen Gedanken versunken. Der Trail macht einen Bogen. Weit oben stehen die Bäume schon in der Sonne. Es wird ein schöner Tag. Der Trail macht einen weiteren Bogen. Plötzlich stehen wir da. Wir bleiben stehen und schauen uns an. Wie lange haben wir auf diesen Moment gewartet. Wir gehen die letzten Schritte gemeinsam und berühren das Monument. Am gleichen Monument sind wir vor 156 Tagen gestartet. Ein starker Wind war damals an der mexikanischen Grenze. Über 4300 Kilometer sind wir gelaufen. Durch die Wüste, über die High Sierra, durch die Vulkangebiete von Kalifornien, durch die Wälder von Oregon und über die Pässe der North Cascade von Washington. Wir hatten heiss und kalt, Durst, Hunger, Freuden und Schmerzen. Es hat viel geregnet im letzten Teil, war nass und kalt. Jeden Morgen sind wir aufgestanden und losgelaufen. Losgelaufen Richtung Kanada.
Und jetzt stehen wir einfach so da vor dem Monument und machen den ersten Schritt. Den ersten langerwarteten Schritt auf kanadischem Boden.
Wir haben es geschafft !! Yeahhhh ...............................................
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